Macht der Darm schlapp? – Wie fermentierte Bitterkräuter helfen können.

kerdkanno / pixabay

Schon Hildegard von Bingen wusste die vielseitige Wirkung von fermentierten Bitterkräutern zu schätzen. Sie unterstützen vor allem die Gesundheit unseres Darmes. In unserer heutigen schnelllebigen Zeit sind wir vielen Faktoren ausgesetzt, die der Darmflora langfristig stark zusetzen. Dazu zählen minderwertige Lebensmittel, Übersäuerung durch ungesunde Essgewohnheiten, Schwermetallbelastung, Stress und Antibiotika.

Unser Darm ist zwar generell sehr Widerstandsfähig, wenn er jedoch langfristig vernachlässigt wird, kann es zum dauerhaften Mangel an wichtigen Darmbakterien führen, die für eine gesunde Darmflora wichtig sind.

Was passiert bei der Fermentation?

annca / pixabay

Fermentation ist ein Umwandlungsprozess, bei den Mikroorganismen, wie Milchsäurebakterien, organische Rohstoffe in drei bis neun Wochen anaerob vergären. Die Tradition der Fermentierung geht auf über 5000 Jahre zurück. Beispiele für fermentierte Produkte sind Sauerkraut, Kimchi und eingemachtes Gemüse und Obst. Die Umwandlung auf biologischer Ebene basiert auf einem Ausschluss von Sauerstoff. Dadurch findet ein natürlicher Konservierungsprozess statt, bei dem der pH-Wert sinkt und pathogene Keime unterdrückt werden. Bei der Fermentation werden organische Kulturen fermentiert und in gewisser Weise vorverdaut. Dies bewirkt, dass die Nährstoffe des jeweiligen Produktes besonders gut im Körper aufgenommen werden.

Kurkuma

stevepb / pixabay

Fermentation wird auch bei Teeblättern und bei der Verarbeitung von Rohtabak verwendet.  Durch die zusätzliche Versorgung mit unterstützenden Mikroorganismen wie den Milchsäurebakterien wird unser Magen-Darm-Trakt stimuliert, was vielerlei positive Auswirkungen unter anderem auf unsere Psyche und das Immunsystem haben.

Wir beschäftigen und heute mit der Fermentation von Kräutern, die bereits eine lange Tradition nach sich zieht. Für Hildegard von Bingen waren Bitterkräuter nicht nur Lebens- sondern auch Heilmittel. Zu Hildegards Kräutersortiment gehören unter anderem: Andorn, Artischocke, Bitterklee, Enzianwurzel, Engelwurz, Galgant, Ingwer, Kardamomsamen, Kurkuma, Löwenzahn und Mariendistel.

Warum braucht unser Darm gesunde Bakterien?

Fermentierte Bitterkräuter enthalten die oben bereits erwähnten Lactose- und Bifidobakterien.  Wie bei der Fermentation bereits beschrieben läuft auch in unserem Verdauungssystem ein anaerober Prozess unter Sauerstoffausschluss ab.

LJNoveScotia / pixabay

Milchsäurebakterien unterstützen dabei die Darmfunktion, da die probiotischen Bakterien die Fäulnisbakterien in Schach halten. Auch die Immunabwehr wird dadurch gestärkt, da die Antikörperfunktion der Darmschleimhaut angeregt wird. Der Darm ist ständiger Umwandlung und Anpassungsprozeesen ausgesetzt, was durch unsere sich täglich ändernde Nahrung bedingt ist. Es macht daher nur Sinn unsere Verdauung mit guten Bakterien zu unterstützen um Fäulnisbakterien keinen Raum zu geben.

Ganz besonders wirken hierbei fermentierte Bitterkräuter, die der Entsäuerung und der Entgiftung beitragen. Insbesondere wird auch das Immunsystem über die Darm-Flora mit Nährstoffen wie Vitamin B 6 und Vitamin B 12 unterstützt.

Bei den fermentierten Bitterkräutern unterscheiden wir generell zwei unterschiedliche Bakterienarten, die unseren Organismus positiv unterstützen. Diese sind Lactose- und Bifidobakterien.

Bifidobakterien

Bifidobakterien sind in gesundem Zustand in unserem Verdauungstrakt und bei Frauen in der Vagina zu finden. Sie bewirken, dass sich Krankheitserreger oder ungewollte Bakterien gar nicht erst ansiedeln. Bifidobakterien können entweder durch Probiotika zugeführt werden oder durch eine ausgewogene Ernährung angesiedelt werden, die reich an unverdaulichen Kohlenhydraten ist.

Bifidobakterien zählen zu den wichtigsten und häufigsten Bakterienstämmen im menschlichen Darm. Sie betragen in etwa einen Anteil von 25 % der Darmflora eines gesunder Erwachsenen. Sie senken den pH-Wert im Dickdarm indem sie dazu beitragen, dass Glucose in Milchsäure umgewandelt wird. Viele Krankheitserreger weichen diesem Sauren Milieu aus und werden somit vom Ausbreiten abgehalten.

ECHT VITAL

Der Wirkstoff Bifida wirkt dabei toxisch auf das Wachstum und die Vermehrung von schädlichen Darmbakterien ein. Eine mögliche Folge von einer Ausbreitung schädlicher Darmbakterien ist Durchfall oder chronische Darmbeschwerden wie das Reizdarmsyndrom. Bifidobakterien können hierbei dazu beitragen die Stuhlkonsistenz zu normalisieren. Auch Infektionen im Vaginalbereich können durch die Einnahme von diesem Bakterienstamm vermindert werden.

Es macht nur Sinn, dass beispielsweise Säuglinge die gestillt werden einen höheren Anteil an gesunden Mikroorganismen im Darm aufweisen als Säuglinge, die auf andere Säuglingsmilch angewiesen sind. Wir erhalten also bereits in sehr jungem Alter einen Schutz gegenüber Krankheitserregern durch die Muttermilch. Es wird gesagt, dass Kinder, die gestillt werden auch weniger an Krankheiten und Allergien leiden.

Bifidobakterien unterstützen außerdem das Immunsystem indem sie die Antikörperproduktion anregen.

Laktobakterien

Laktobakterien stimulieren die Vermehrung von bestimmten Botenstoffen, die die Abwehrkräfte des Körpers steigern. Wenn Laktobakterien nicht in ausreichender Menge im Darm vorzufinden sind, dann gerät die Darmflora aus dem Gleichgewicht und Erkrankungen wie Stoffwechselstörungen, Infektionen, Allergien und Darmentzündungen sind die Folge.

Artischocke

ulleo / pixabay

In Studien wurde auch festgestellt, dass Laktobakterien eine positive und regulierende Auswirkung auf die Stammzellen im Darm haben. Stammzellen sind Zellen ohne bestimmtes Aufgabengebiet, quasi eine Vorstufe zur spezialisierten Zelle. Somit können Laktobakterien die Ausbreitung von entarteten Zellen, die eventuell zur Krebsbildung beitragen würden durch Regulierung positive beeinflussen.

Ein Mangel an Laktobakterien kann unter anderem Auswirkung für chronische Krankheiten sein, da der Mangel oft nicht erkannt wird und oft nur die Symptome bekämpft werden.

Die Zusammensetzung der Darmflora ist durch unsere Ernährung stark geprägt. Der Satz “ Du bist was du isst” kommt dann ganz besonders zum Tragen, wo wir uns bewusst aus dem Gleichgewicht bringen. Unsere Gewohnheiten spiegeln unsere Gesundheit wieder. Es ist wichtig, regelmäßig sicherzustellen, dass das was wir unserem Körper zuführen auch gut für den Organismus ist. Einige Nahrungsmittel können auf Dauer giftige Stoffe in unserem Verdauungstrakt produzieren. Dazu zählen Lebergifte wie Ammoniak.

Die Zuführung von guten Bakterien wie den Laktobakterien kann die Darmflora regulieren und die Auswirkung von giftigen Stoffen im Verdauungstrakt einbremsen.

Die Optimale Darmflora

Ingwer

couleur / pixabay

Eine optimale Darmflora unterstützen wir durch eine ausgewogene und vor allen Dingen basische Ernährung. Die zusätzliche Einnahme von Bakterien, die eine positive und ausgleichende Wirkung auf die Darmflora haben ist generell aber vor allem dann empfehlenswert, wenn sich Symptome eines unausgeglichenen Verdauungsapparates bemerkbar machen. Fermentierte Bitterkräuter sind eine ideale und sehr einfache Art um unseren Organismus mit genau den Bakterien zu versorgen, die er braucht. Es gibt viele unterschiedliche Zusammensetzungen der Bitterkräuter. Zu empfehlen sind Mixturen, die stark an das Originalrezept von Hildegard von Bingen angelehnt sind.

Noch keine Kommentare.

Gib ein Kommentar ab

Nachricht

%d Bloggern gefällt das: