Papain – Tropenkraft der Papaya

Papain

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Viel Obst und Gemüse essen ist gesund, das weiß schon jedes Kind, denn Vitamine sind wichtig. Oft aber haben besonders Tropenfrüchte, neben der Aufnahme von Vitaminen, noch viel mehr zu bieten. Besonders reichhaltig ist z.B. die Papaya. In ihr kommt das seltene Enzym Papain vor, welches unserem Körper auf mannigfaltige Weise hilft. Es unterstützt die Verdauung, hilft beim Abnehmen, stärkt das Immunsystem und hemmt Entzündungen.  Skeptiker sind oft verwundert, wie nur ein Fruchtenzym so viele Wirkungen haben kann. Wie das funktioniert, möchten wir Dir nun erklären.

Papain, was ist das?

Papin ist ein seltenes und besonders reichhaltiges Enzym. Um dessen Wirkungsweise zu verstehen, muss insofern zunächst klar sein, was ein Enzym macht. Enzyme sind große Eiweißmoleküle, die in jeder Körperzelle vorkommen. Sie übernehmen wichtige Aufgaben im Körper von Stoffwechselprozessen über die Verdauung bis hin zur Replikation der DNA. Die Hauptarbeit leistet dabei das so genannte aktive Zentrum, in dem ein Coenzym aus Vitaminen oder Mineralien bestehend arbeitet. Da es für das Enzym unersetzlich ist, können Vitamin- oder Mineralmängel häufig auch zu einer eingeschränkten Arbeit der Enzyme führen.

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Das Enzym Papain, ist aus mehr als 200 Aminosäuren aufgebaut. In reifen Papayas is es jedoch kaum enthalten, was dazu führt, dass durch das Essen von Papyas nur eine geringe Menge Papain aufgenommen wird. Unreife, grüne Papayes besitzen hingegen bis zu 5000 % mehr Papain als reife Papayas. Das Enzym ist dabei besonders in den Kernen und der Schale hoch konzentriert, weshalb man auch aus diesen Bestandteilen die Papain-Präparate extrahiert.

Ein Video, welches nochmals die Papaya vorstellt und auf die heilenden Kräfte des Enzym Papain eingeht:

Wo das Fruchtenzym hilft

Die  Papain Wirkung im menschlichen Körper ist vielfältig und positiv für den ganzen Körper. Es hilft bei der Verarbeitung von komplexen Eiweißen, schützt vor Ablagerungen in Blutgefäßen, stärkt das Immunsystem und kommt bei Wundheilungsprozessen zum Einsatz. Das möchten wir uns im Folgenden genauer anschauen und gehen auf die einzelnen Wirkungsbereiche ein.

Abnehmen mit Papain

Diät

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Zu wenig Bewegung und ungesunde Ernährung führen zur Einlagerung von sogenannten Schlackenstoffen im Bindegewebe. Schlackenstoffe werden durch eine Eiweißbindung, sehr fest zusammengehalten, weshalb sie nicht ausgeschieden werden können, sondern sich ablagern. Das Enzym Papain kann als Spezialwerkzeug angesehen werden, um eben jene komplexen Eiweißbindungen aufzuspalten und die Schlackenstoffe herauszulösen. Diese können dann leicht aus dem Körper abtransportiert werden und das Gewebe bleibt straff und gut versorgt. Diesen Vorgang, bei dem Stoffe in einem Gewebe oder Darm durch Enzyme abgebaut werden, nennt man auch Entschlacken.

Des Weiteren verhindert Papain das Einlagern von Depotfett und kann die Einlagerung sogar rückgängig machen. Zunächst hilft es, über die Nahrung aufgenommene Fette aufzuspalten, sodass diese besser verwertet werden und sich nicht ablagern. Doch selbst bereits abgelagertes Fett wird von dem Enzym angegangen, wodurch Papain beim Abtransport von Depotfett mitwirkt.

Hilfe bei der Verdauung

Das Aufspalten von komplexen Eiweißen hilft nicht nur beim Abnehmen, sondern stärkt auch die Verdauung, denn die Papain Wirkung beruhigt und entlastet Magen und Darm. Des Weiteren unterstützt Papin die Verträglichkeit von Gluten, da es bei der Verdauung des Glutenbestandteils Gliadin hilft.

Das Immunsystem mit Papain stärken

Die  Papain Wirkung hilft den weißen Blutkörperchen (B-Lymphozyten) bei der Produktion von speziellen Antikörpern, den Killerzellen. Diese müssen im Herstellungsprozess zunächst in Fragmente gespaltet werden, wobei Papain als Enzym ins Spiel kommt. Durch die verbesserte Produktion verfügt unser Körper über mehr Antikörper und kann sich vor Krankheitserregern besser schützen, was auch eine Humanstudie der University of the Philippines aus dem Jahr 2003 bestätigen kann.

Darüber hinaus baut das Fruchtenzym schädliche Immunkomplexe ab. Immunkomplexe sind Abfallprodukte von Immunreaktionen und entstehen, wenn Eindringlinge wie Bakterien von Antikörpern angegriffen werden. Für gewöhnlich ist dieser Prozess ungefährlich. Treffen jedoch gleich viele Erreger und Antikörper aufeinander kann es passieren, dass sich große Immunkomplexe bilden, die sich ablagern und zu Autoimmunkrankheiten führen können, sofern sie nicht abgebaut werden. In seiner Funktion als Enzym ist Papain in der Lage eben dies zu tun und so vor Autoimmunkrankheiten zu schützen.

Antientzündliche Wirkung

Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet der Papain Wirkung in der Naturheilmedizin ist das Therapieren von Entzündungen durch Sportverletzungen oder Insektenstiche. Hier trägt es vor allem zu einer Schmerzlinderung bei und sorgt dafür, dass sich die gereizte Stelle wieder entspannt. Auch bei Entzündungskrankheiten wie der Artrithis kann das Fruchtenzym so als natürliches und nebenwirkungsfreies Schmerzmittel eingesetzt werden.

Papaya kerne

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Die Papain Einnahme

Je nachdem, welche Wirkung man mit der Einnahme von Enzymen bezweckt, wird eine unterschiedliche Einnahme empfohlen. Soll das Papain die Verdauung unterstützen, sollte es direkt zu den Mahlzeiten oder kurz vorher oder nachher eingenommen werden. Dient die Einnahme der Entzündungshemmung, so sollte das Papain ca. 1,5 bis 2 Stunden vor oder nach dem Essen eingenommen werden, um seine optimale Wirkung entfalten zu können.

Außerdem kann Papain nur durch eine langfristige und regelmäßige Einnahme seinen vollen Wirkungsgrad erreichen, denn es werden nur                   6 bis 10 % des Enzyms von einer gesunden Darmschleimhaut aufgenommen. Dadurch beginnt Papain erst nach ca. drei Monaten zu wirken und das Wohlbefinden zu beeinflussen.

Die Darreichungsform von Papain erfolgt in Form von Kapseln oder Tabletten. Zudem ist es häufig als Bestandteil von gemischten Enzym-Präperaten zu finden. Zur Ergänzung von therapeutischen Zwecken, wird eine tägliche Dosierung zwischen 350 mg und 1000 mg empfohlen.

Nebenwirkungen

Grundsätzlich arbeitet Papain als natürliches Enzym vollkommen nebenwirkungsfrei im Körper. Vereinzelt tauchen jedoch auch Berichte von Anwendern auf, die in Folge einer Einnahme unter Magenkrämpfen litten. I.d.R hatten die Personen dabei generell einen sensiblen Magen. Es ist daher ratsam, Papin zu Beginn zunächst behutsam zu Testen und darauf zu achten, wie der Körper darauf reagiert. Sollten Schmerzen in der Magenregion auftreten, kann zunächst eine noch geringere Dosierung ausgetestet werden. Sollten die Beschwerden dann nach wie vor bestehen, scheint der Körper das Enzym nicht zu vertragen und man sollte Papain absetzen.

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