Aleppo-Seife

706983_web_R_K_by_Alexandra H._pixelio.deKennen Sie auch schon das Geheimnis des Orients zur Pflege von Haut und Haar? Es ist ein reines Naturprodukt, das Ihre Haut und Haare verwöhnen kann und sie geschmeidig werden lässt. In diesem Artikel lernen Sie dieses wertvolle Produkt und seine Eigenschaften kennen.

Ursprünge der aleppischen Seifenfertigung

Die Ursprünge der Aleppo-Seife liegen mehr als 1000 Jahre zurück. In Aleppo, Syrien, wurden die Seifen um das achte Jahrhundert nach Christus entwickelt. Mit der Zeit gelangte das Wissen der arabischen Seifensieder in den westlichen Mittelmeerraum und mit ihm die geheimen Kenntnisse und Fähigkeiten der traditionell arbeitenden Manufakturen.

Herstellung und Vorkommen in der Natur

Lorbeerseife und Olivenseife aus Aleppo sind als ein besonders hochwertiges Seifenprodukt bekannt und geschätzt. Doch kaum jemand von den jungeren Generationen kennt diese Seifen noch, denn sie scheinen aus einer vergangenen Zeit zu kommen.

Die Aleppo-Seife, auch Lorbeeröl-Seife oder arabisch „Sapun Ghar“ genannt, wird aus Oliven- und Lorbeeröl gesiedet. Diese beiden Stoffe dienen als Grundlage für die Seife. Es gibt keinerlei Farbstoffe, Parfüme oder künstliche Aromen, denn sie werden nach überlieferten Rezepten hergestellt und andererseits haben die Siedereien gar nicht die technischen Möglichkeiten chemische Stoffe zu verarbeiten.

Von den traditionellen Fabriken sind nur noch rund ein Dutzend übergeblieben, die restlichen haben die Altstadt verlassen und produzieren in der näheren Umgebung oder haben ihre Produktion vollständig aufgegeben.

Üblicherweise arbeiten die Seifensiedereien in Aleppo von November bis März. Die Seifenblöcke brauchen dann gut sechs bis neun Monate, um in gut belüfteten Gewölben aufeinander gestapelt zu trocknen, um die Qualitätskriterien für den Verkauf zu erfüllen. Diese Kriterien entsprechen keiner eingetragenen Norm, sondern entscheidet jeder Produzent selber, ob die Seifen nach einem oder zwei Jahren in den Verkauf gehen. Im Laufe der Trocknung wird die Seife außen hart und hell, doch der Kern des Seifenblocks behält die ursprüngliche Farbe.

Der Herstellungsprozess

  1. In Siedekesseln wird Olivenöl mit in Wasser gelöster Sodaasche gemischt und unter ständigem Rühren bei ca. 200°C gesiedet. Dadurch erreicht man die Aufspaltung von Glyzerin und Natriumsalz.
  2. Der Siedemeister entscheidet, wann die Seife ausgesalzt wird.
  3. Nun wird der heißen Masse (bis zu 5000kg) Lorbeeröl zugegeben.
  4. Die Seifenmischung wird aus den Kesseln zum Lagerplatz gepumpt.
  5. Die Masse kühlt bis zu 40 Stunden ab, denn das enthaltene Wasser muss verdunsten.
  6. Die meist grüne Masse wird auf ebener Fläche glattgestrichen.
  7. Nach Aushärtung der Seife wird sie händisch in kleine Blöcke geschnitten und mit dem Logo des Herstellers versehen.

Wirkung und Einsatzgebiete

Was bewirkt Aleppo-Seife im Körper? Das Lorbeeröl, was der Aleppo-Seife zugesetzt wird, wirkt sich positiv auf Haut und Haar aus. Lorbeeröl wird aus den Blättern und Steinfrüchten der Lorbeerbäume gewonnen. Die Hauptanbaugebiete befinden sich derzeit in der Türkei, auf dem Balkan und in Italien.

449138_web_R_K_B_by_Thomas Scholz_pixelio.deDoch Achtung! Es kann sein, dass Lorbeeröl bei Menschen Allergien auslöst und die Haut reizt. Denn obwohl Aleppo-Seife bei der Pflege empfindlicher Haut, bei Akne oder sogar Neurodermitis empfohlen wird, muss man wissen, dass dieser Öl als Allergen gilt. Deswegen muss zwischen reiner Olivenöl-Seife und Aleppo-Seife mit Lorbeeröl-Anteil unterschieden werden. Leider ist es schwierig zu erfahren, welche Seifen „rein“ sind und welche nicht, da es in den traditionellen Betrieben keine oder wenige ISO-Zertifizierungen gibt.

Im EU-Raum entspricht daher Seife mit Lorbeerölanteil nicht einem Körperpflegemittel, da nicht auszuschließen ist, dass Hautreizungen und Allergien ausgelöst werden können.

Einsatzgebiete

Die Einsatzgebiete von Aleppo-Seife sind vielseitig. Die Seife kann als Duftspender in Kleiderschränken benutzt werden oder aber als Pflegeprodukt für die Haut. Doch gerade durch eine längere Aufbewahrung wird der Schaum der Seife feinporiger und geschmeidiger.

Einer der Grundbestandteile der Seife, das Olivenöl, wird im Mittelmeerraum seit Jahrtausenden als Pflegemittel geschätzt, da es mehrere Vitamine enthält.

Eine weitere besondere Eigenschaft ist, dass die Seife zwar ölt, aber sich in der Hand nicht fettig anfühlt und somit ein angenehmes Hautgefühl hinterlässt. Die Seife fühlt sich in der Hand in etwa wie Bienenwachskerzen an.

Geheimtipp für schöne Haut

645099_55056964Aleppo-Seife kann ein Geheimtipp für schöne Haut sein. Gerade in der Pubertät haben viele Jugendliche mit Hautunreinheiten oder Akne zu kämpfen und es kann noch bis in das Erwachsenenalter stören und belastend sein. Auch viele Frauen im Alter von 20-30 Jahren klagen über unreine Haut trotz Pille und unterschiedlichster Hautpflegeprodukte. Auch hier kann die Aleppo-Seife eine Lösung sein.

Oft wird die Haut auch überpflegt und reagiert dadurch mit übermäßigen Unreinheiten und fettet nach. Wenn man an diesem Punkt angelangt ist, sollte man die ganze Überpflege zurückfahren.

Viele Frauen in Kosmetikforen sind sehr glücklich mit den Erfolgen der Aleppo-Seife. Es mag für manch einen komisch sein, sich mit einer Seife das Gesicht zu waschen, doch das Waschgefühl überzeugt: Der Schaum ist zart und hinterlässt nach dem Abwaschen eine saubere Haut. Danach nur noch mit einer Feuchtigkeitscreme eincremen.

Qualitätskriterien

Jede Seifensorte hat unterschiedliche Qualitäten bzw. verschiedene Anteile von Lorbeeröl und Olivenöl. Folgende Qualitätskriterien gibt es bei Aleppo-Seife zu beachten:

Reinheit

In der Regel enthält Aleppo-Seife zwischen 2% und 40% Lorbeeröl und davon ausgehend 98% bis 60% Olivenöl. Dies sind jedoch keine festgelegten und gemessenen Werte sondern als Schätzwerte zu betrachten. Doch die Tradition besagt: Je höher der Anteil an Lorbeeröl, desto wertvoller ist die Seife!

Außenhaut, Farbe

Die Farbe der Außenhaut verändert sich mit der Zeit und wird heller. Wenn die Seife dunkel ist, braucht sie noch Zeit für ihren Reifeprozess. Helle Seifen hingegen sind reif und erfüllen die Qualitätskriterien für die Benutzung. Bei der Lagerung muss deshalb besonders auf die Umwelteinflüsse geachtet werden, denn Sonneneinstrahlung führt zu unschönen Verfärbungen.

Das Seifeninnere

Auch wenn die Außenhaut heller und zugleich härter wird, ist der Reifeprozess der Aleppo-Seife auch am Kern zu erkennen. Dieser bleibt weich. Ist der weiche Kern jedoch zu groß, deutet das auf chemische Mittel hin, die den Reifeprozess beschleunigen sollen. Das sollte bei der traditionell hergestellten Seife aber nicht vorkommen.

Aufbewahrung

Die Seife sollte immer trocken gelagert werden, da sie sonst dazu neigt, aufzuquellen und ihre Form verlieren kann.  Man sollte aber im Hinterkopf behalten, dass das Verhältnis zu chemischen Mitteln bei den Seifenkochern nicht ganz so feindselig ist, wie wir Deutschen wohl vermuten würden.

Die Fabriken, die die Altstadt verlassen haben, kochen die Seifen hochautomatisiert und teilweise wird hier doch schon etwas getrickst und chemische Reifebeschleuniger hinzugefügt. Der Grund dafür ist, wie heute üblich, die Globalisierung und die große Nachfrage nach der Aleppo-Seife. Die traditionsreichen Fabriken allein würden mit der Nachfrage und den länger andauernden Reifeprozessen nicht mithalten können.

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